Regierungsbildung als Startup
Die Wahl vom 5. November in den USA war auch ein Vertrauensvotum für uns umtriebige «Alte». Während man in der Schweiz den Fachkräftemangel bewirtschaftet und gleichzeitig kompetente «Alte» zwangsweise mit 65 Jahren in die Pension schickt, erleben wir in den Vereinigten Staaten beispielhaft die Zusammensetzung einer neuen Regierung, unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft. Das «Transition-Team», mit der Regierungsbildung beauftragt, schaut sich beim besetzen der rund viertausend Beamtenstellen in der Verwaltung unzählige Kandidat:innen an. Auch wenn eine gewisse «Loyalität» zum Chef ausschlaggebend ist, sucht man vor allem nach fähigen und kompetenten Persönlichkeiten, die das Land weiterbringen dürften. Auch soll gleichzeitig der Kündigungsschutz von Beamten gelockert werden, um Sesselkleber oder Illoyale «nach Belieben» entlassen zu können. Täglich erhitzen sich die Gemüter der europäischen Medien über jede neue (disruptive) Nominierung zu Schlüsselpositionen im Kabinett. Souverän ist jedoch, wer imstande ist, glaubhaft zu drohen. Im Beitrag von Christian Weisflog (50), Washington, NZZ vom 13. November 2024, vergleicht dieser das Casting in Mar-a-Lago, Florida, mit dem Charakter eines Startups. Viele der Vorgeschlagenen sind «Quereinsteiger:innen» mit wenig Erfahrung im Politbetrieb von Washington, was auf frischen Wind hoffen lässt und als Wahlversprechen bereits vor acht Jahren im Raum stand, aber wegen fehlender Mehrheiten nicht umgesetzt werden konnte. Das «Unternehmen» geht neue Herausforderungen nach dem Prinzip des Einfach-mal-Machens an. Learning by doing.

Der Visionär für eine neue Führungsrolle
Mit Elon Musk (53), dem Tesla- und SpaceX-Gründer, wird ein Visionär an die Schalthebel der Nation geholt. Dieser wird die Vorteile modernster Technologie zur Verbreitung von Wissen und Bildung, sein Netzwerk und seine Erfahrung zum Fortschritt für das Land nutzen. Gleichzeitig mischt der reichste Mann der Welt in der Innen- und Aussenpolitik mit. Damit verbindet sich auch das Ziel, einer ungebrochenen Führungsrolle der USA im internationalen Wettbewerb. Der Vorwurf, dass man ein Land nicht wie ein Unternehmen führen kann, greift dabei zu kurz. Musks Interessen sind vielschichtig und umfassen beispielsweise auch die Bildung und damit die Zukunft einer Gesellschaft. Da der technologische Fortschritt parallel zu den globalen Herausforderungen immer schneller wird, ist eine Umgestaltung der Bildungssysteme weltweit unumgänglich geworden. Von zentraler Bedeutung für diesen Wandel ist die zunehmende Bedeutung von MINT und MINT-Lehrplänen, bei denen es sich nicht nur um akademische Trends handelt, sondern um wichtige Ansätze, um Studierende mit den Kompetenzen auszustatten, die sie für eine sich schnell entwickelnde Zukunft benötigen. MINT vermittelt Inhalte, Methoden und Konzepte, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit Wechselwirkungen in den Themenfeldern Natur, Umwelt und Technik an Hand ausgewählter Phänomene ermöglichen.
Eine einfache Gleichung
Ein Ansatz, wie solche Ziele erreicht werden können, zeigt der Beitrag von Lucy Berbeo im UCLA Magazine vom 7. October 2024. Im Olga Radko Endowed Math Circle, auch bekannt als ORMC, nimmt die nächste Generation grosser Mathematiker Gestalt an. Es ist 10 Uhr an einem strahlenden Sonntagmorgen an der UCLA University of California Los Angeles und Vivian Moy-Dinsons Studierende sind keine gewöhnlichen Campus-Schüler:innen. Einige tragen Zöpfe, ein paar tragen Superhelden-Rucksäcke. Die animierten Kindergarten- und Erstklässler sind Teil des UCLA ORMC, einem kostenlosen, wöchentlichen Förderprogramm für begabte Schüler:innen der Klassen K–12 aus einhundert Postleitzahlengebieten im Grossraum Los Angeles. Quasi ein Spielplatz für einige der klügsten jungen Köpfe in der Welt der Mathematik. Das Programm wurde 2007 als Leidenschaftsprojekt der verstorbenen UCLA-Mathematikprofessorin Olga Radko ins Leben gerufen und richtet sich an Schüler:innn, die eines gemeinsam haben: Sie haben Spass an Mathematik und sind darin hervorragend.
Sein eigenes Universum erschaffen
Im Gang vor Oleg Gleizers Büro herrscht ein reges Treiben, wenn Eltern und Schüler:innen vorbeikommen, um Hallo zu sagen. Achtzig Prozent der Arbeit von ORMC, sagt er, besteht einfach darin, die Kinder in Mathematik auf das College vorzubereiten. «Wir wissen, was sie in der Schule lernen, und wir wissen, was sie brauchen, um in meinem Unterricht erfolgreich zu sein, in dem ich als UCLA-Professor Studierende unterrichte», sagt Gleizer. Es gehe darum, etwas viel Grösseres zu lehren als das Lösen von Gleichungen – es gehe darum, Kindern zu ermöglichen, die innere Schönheit von Mathematik zu erkennen und zu entdecken. «Im Grunde erschaffen sie jedes Mal, wenn sie Mathe machen, einen Teil eines Universums – ihres eigenen Universums», sagt er. «Und sie werden anfangen, die Dinge auf eine ganz andere Weise zu betrachten.»
Das Beispiel steht für einige meiner Gedanken zur zukünftigen Entwicklung unserer Gesellschaft, bei der wir «Alten» einen wichtigen Beitrag leisten müssen. Dank unserer Weisheit, Gelassenheit, Erfahrung, Reife und Neugier sind wir kompetenten «Alten» als Mentor:innen, Coaches oder Sparringspartner, willkommene Ergänzungen in gemischten Teams.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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