Blog, Industrie 4.0

#205 – Innovation im Lockdown

Gegen unser Verkümmerung
Muskeln, die nicht regelmässig gebraucht werden, bilden sich zurück, schrieb Eric Gujer letzten Mai in der NZZ. Der Freiheitsmuskel droht im Home-Office zu verkümmern. Angesichts des medizinischen Ausnahmezustands war das auch nicht anders möglich. Es wird aber Zeit, ihn wieder zu trainieren. Notwendig sind jetzt geistige Dehnübungen. Auch das Hirn verkümmert, wenn seine Stimulation ausbleibt. Deshalb treibt mich seit einigen Wochen der Gedanke um, wie Innovationen in der gegenwärtigen Corona-Krise immer noch möglich sind. Erfindungen, Ideen oder Kreativität entstehen nicht auf Knopfdruck und auch nicht in der stillen Kammer. Um, in den Worten von Steven Berlin Johnson, «Ahnungen» über Lösungen weiter zu entwickeln, braucht es die physische Interaktion in der richtigen Umgebung. Das aktuelle Corona-Regime erschwert diesen Austausch zwischen Menschen, sei es aus Angst vor einer Ansteckung oder auf Grund fehlender «Energie», angesichts der Meldungen über Todeszahlen und Ladenschliessungen verbunden mit finanziellen Sorgen über die Zukunft.

Penn Central Station, New York City, 1910 McKim, Mead, and White Architekten. Bild: Cervin Robinson

Mangelhafte digitale Unterstützung bei der Bekämpfung
Noch selten waren die Medien sosehr auf ein einziges Thema fokussiert, mit täglich unzähligen Beiträgen über die immer gleichen Warnungen, Vermutungen und Massnahmen. Verbote und Einschränkungen waren schon vor hundert Jahren, anlässlich der Spanischen Grippe, die gängigen Mittel zur Bekämpfung einer weiteren Ausbreitung der Seuche. Seither hat sich die Welt verändert und wir dürften heute über ein Zusammenspiel von rudimentären Schutzmassnahmen mit technisch ausgeklügelten Lösungen zurückgreifen. Dafür müsste sich die Politik, neben der Wissenschaft, vermehrt auf die Innovationen von Industrie und Wirtschaft einlassen. Wir «Alten» wissen aus Erfahrung, dass der Spuk früher oder später vorbei sein wird und befassen uns lieber mit möglichen Alternativen zu den drakonischen Beschlüssen der Regierung. Christine Lagarde (65), Präsidentin der Europäischen Zentralbank, stellte anlässlich der «Davoser Debatte» fest, wie sich seit Ausbruch der Pandemie die digitale Weiterentwicklung um sieben Jahre beschleunigt hat. Für uns alle sichtbar wurden diesbezüglich, die unentschuldbaren Schwachstellen bei Bund und Kantonen, trotz Milliardeninvestitionen in diese Systeme.

Desinfektion mit Licht
Doch es gibt sie, die Leuchttürme inmitten der schlechten Nachrichten. Der Autor und Hon.-Prof. Dr. Sascha Peters aus Berlin berichtet monatlich in seinem Newsletter HAUTE INNOVATION über Materialinnovationen und nachhaltige Verfahren aus Forschung und Industrie. Aufgefallen ist mir in der Ausgabe vom 26. Januar 2021 seine Abhandlung, wie Licht die Struktur eines DNA-Grundbausteins verändert. In Rekordzeit wurden Impfstoffe entwickelt, die mit hoher Effektivität den Ausbruch von Covid 19 verhindern und uns damit wieder in unser normales Leben zurückbringen werden. Bereits im August 2020 haben auch einige Unternehmen der Lichtindustrie mit der UV-C Methode eine Technologie vorgestellt, die eine Desinfizierung von Innenräumen mit UV-C Licht auf einfache Weise ermöglicht. Da UV-Licht für den Menschen schädlich ist, berücksichtigt das intelligente System, dass die hocheffektive Desinfektion in Abwesenheit von Personen durchgeführt wird. Das Licht reinigt den Raum, und gibt Sicherheit überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen und maximale Hygiene gefordert ist: in Spitälern und Arztpraxen, Altersheimen, Fitnessstudios, Hotels und Restaurants, Büros, Geschäften oder Schulen. Die Technologie lässt sich perfekt in diverse Leuchten und bestehende Lichtsysteme integrieren. Wirkungsgrad und Anwendungsdauer lassen sich bequem über eine App steuern. Zur Desinfizierung von Handläufen bei Rolltreppen ist mittlerweile auch ein System unter dem Namen «Ultra-UV» bei Schindler erschienen. Keime und Viren werden mit UV-C-Modulen im Bereich der Rückführung des Handlaufs, unsichtbar für den Nutzer entfernt, ohne dass chemische Substanzen erforderlich wären.

Krisenerprobte und kompetente «Alte»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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