Industrie 4.0

Schweiz als Forschungs- und Entwicklungsstandort

Klein- und Kleinstunternehmen brauchen einen Paradigmenwechsel. Dazu dient eine Auslegeordnung und der Wille etwas Neues anzupacken. Zusammen mit einem neutralen Berater werden Erfahrungen aus der Zeit der Industrialisierung mit den Möglichkeiten der Digitalisierung – Industrie 4.0 – verknüpft. Das ist keine Hexerei. Banken sollen das billige Geld auch wirklich für Forschung und Entwicklung einsetzen um den Schweizer Produktionsstandort zu festigen.

Lauter Widersprüchlichkeiten
Bundesrat Schneider-Amman will Lehrlinge aus dem Ausland rekrutieren. Das duale Schweizer Bildungssystem sei ein Exportschlager. Die Zuwanderung von Fachkräften soll limitiert werden. Forschungsprogramme innerhalb der EU werden fahrlässig gefährdet. Die Schweiz ist eines der innovativsten Länder der Welt, mit den meisten Patentanträgen. ETH Zürich und Lausanne sind weltweit führende Forschungsstandorte. Die Liste der Selbstbeweihräucherung und Widersprüchlichkeiten ist lang.

Flache Hierarchien
Anlässlich der Sendung BILANZ, Standpunkte, SRF 19. Juni 2016 machten sich Axel Weber, Verwaltungsratspräsident UBS und Peter Voser, Verwaltungsratspräsident ABB Gedanken zur Zukunft des Forschungsplatzes Schweiz. Im Gegensatz zu den «jungen Wilden» im Silicon Valley mit ihren flachen Hierarchien agieren die Schweizer «Dinosaurier» ziemlich behäbig. Man schaut auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Die Verfilzung von Politik und Wirtschaft mag innenpolitisch sinnvoll sein, global gesehen kümmert das wenig.

Kopenhagen?

Was geschah in den letzten zehn Jahren
Im Jahr 2007 kam das erste Smartphone mit Berührungsoberfläche auf den Markt. Seither ist Apple börsenkotiert zur wertvollsten Firma der Welt geworden. Ein Jahr später musste die UBS vom Schweizer Volk gerettet werden und hat sich noch nicht vollends vom Fehlverhalten erholt. Das Smartphone hat eine ganze Zivilisation nachhaltig verändert. Innert zehn Jahren entstanden Entwicklungen die fast alles im Alltag hinterfragen. Sehr agile Jungunternehmen weltweit arbeiten an Alternativen zum traditionellen Bankensystem mithilfe eben dieser Technologie. Wo steht die Schweiz in dieser Entwicklung? Wir diskutieren die Aufhebung der Hundehalterkurse.

Es gibt auch Lichtblicke
Im Herbst kommt in der Schweiz das erste sehende Smartphone auf den Markt. Das Lenovo Phab 2 Pro ist nicht einfach ein neues Gadget, sondern der Beginn einer technologischen Revolution. Denn im Telefon steckt die hochkomplexe Technologie Google Tango. Die ETH Zürich ist dank einer Partnerschaft mit Google massgeblich an der Entwicklung beteiligt. (Marco Metzler, NZZ vom 19. Juni 2016).

Ein sehendes Telefon
Heute braucht Navigation Satelliten und GPS. Doch sie ist ungenau und funktioniert in Innenräumen nicht. Die EU tüftelt immer noch an Galileo, einer europäischen Alternative zum Amerikanischen GPS. Ob und wann diese zum Einsatz kommt weiss niemand. Tango benötigt keine Satelliten, sondern nur drei Kameras: Das Phab 2 Pro hat eine Videokamera als Auge sowie Bewegungs- und Tiefensensoren, die den Raum vermessen. Das Gerät weiss anhand spezieller Referenzpunkte jederzeit exakt, wo es sich im Raum befindet und in welche Richtung es sich orientiert. Es vermisst die Umgebung in Echtzeit und generiert eine dreidimensionale Karte. So kann der Nutzer durch Bahnhöfe und Museen navigieren – ohne GPS-Signal.

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