Wenn die digitale Transformation uns überfordert
Erleben Sie in Ihrem beruflichen Alltag, dass Digitalisierungsinitiativen immer wieder initiiert, aber dann vertagt werden? Dann haben Sie höchstwahrscheinlich die Erfahrung gemacht, dass die Notwendigkeit digitaler Transformation zwar erkannt wird, aber nicht zwingend zu deren Umsetzung führt. Gute Ideen erhalten keine klare Priorisierung oder keine Budgets/Ressourcen. Oft werden Projekte gestartet, aber nicht konsequent genug weiterverfolgt. Man täuscht sich beim Zeitrahmen, oder es mangelt im Team an Herzblut, auch weil niemand wirklich verantwortlich ist. «kompetenz60plus.ch» ist eine Plattform zum Austausch unter kompetenten und erfahrenen Menschen mit Fokus auf KMUs. Fühlen Sie sich überfordert mit der gegenwärtigen KI-Innovationsgeschwindigkeit, dann nehmen Sie ganz unverbindlich den Kontakt auf, wir helfen gerne.
Besuchen Sie zum Thema auch den Beitrag vom 16. Februar 2026: «Wie die unterschätzte 60plus-Generation Erfahrung und Innovation, KI und altersdurchmischte Teams zusammenbringt» auf SICHTWEISEN SCHWEIZ.CH. Danke!
Führung im Zeitalter von KI-Agenten
Die Evolution künstlicher Intelligenz zur agentische KI ist nicht nur eine neue Technologie, sondern die Zukunft – und sie ist bereits Realität. Systeme auf Basis agentischer KI können selbstständig planen, handeln und lernen und beschleunigen so Effizienz, Innovation und Wachstum. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, müssen Unternehmen jedoch Neuland betreten und eine Technologie managen, die typische Werkzeugfähigkeiten mit menschlichen Eigenschaften vereint. Dies erfordert die Neugestaltung von Arbeitsabläufen, Rollen, Governance und Lernprozessen sowie die Entwicklung von Investitionsstrategien, die die notwendige Flexibilität bieten, um mit agentischer KI Wert zu schaffen. «Leading in the Age of AI Agents: Managing the Machines That Manage Themselves» ist der Titel des Beitrags von Shervin Khodabandeh, Sesh Iyer, Amartya Das, Amanda Luther, Vinciane Beauchene, Sylvain Duranton und Sam Ransbotham der Boston Consulting Group BCG vom 18. November 2025. Die Führung im Zeitalter der KI-Agenten: Die Maschinen managen, die sich selbst managen, erinnert in manchen KMUs geradezu an eine Utopie.
Existenzielle Sorgen der KMUs
Agentische KI wird etablierte Managementparadigmen zwar unweigerlich infrage stellen, doch mit der richtigen Strategie, Vorstellungskraft und Umsetzung bietet sie nicht nur vielversprechende Ansätze, sondern liefert auch konkrete Ergebnisse. Viele KMUs sehen in dieser Entwicklung existenzielle Fragen, die sich auch uns als Menschen stellen. Wo stehen wir gerade überhaupt? Was bedeutet das für uns persönlich (privat wie beruflich), was bedeutet das für uns als Gesellschaft – heute, morgen? Fakt ist: der Geist ist aus der Flasche, es gibt kein Zurück und wir müssen uns diesen Herausforderungen stellen. Wir müssen mehr in die aktuellste KI-Bildung investieren und möglichst viel Gestaltungsmacht erlangen, um die Technologie nutzen zu können. Wir müssen das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine besser verstehen lernen, um selbstbewusst zu gestalten und nicht nur für banalste Restaufgaben gebraucht zu werden. Was heisst Kompetenz, wenn die KI in einer veränderten Beziehung zwischen Mensch und Maschine plant, ausführt, priorisiert und optimiert?

Wenn die KI unsere Arbeit ersetzt: Vorbereitung auf Unsicherheit
Was passiert, wenn KI mehr Jobs vernichtet als schafft? Anlässlich des 21. Europäischen Trendtags am GDI Gottlieb Duttweiler Institut stellte der Wirtschaftsprofessor und Bestsellerautor der Universität Oxford Daniel Susskind im Videointerview vom 1. Juli 2025, wegweisende Fragen über die Zukunft der Arbeit und forderte radikal neue Lösungen. Für ihn ist Bildung nur dann wirksam, wenn es überhaupt noch genug Arbeit für alle gibt. Die technologische Disruption zeigt uns, warum wir uns auf eine Arbeitswelt vorbereiten müssen, in der Unsicherheit zur Konstante wird. Neben Qualifikationen zählt auch eine hohe Anpassungsfähigkeit. Denn: «Es ist unglaublich schwierig abzuschätzen, welche Jobs künftig gemacht werden müssen und welche Fähigkeiten notwendig sind». In einer Zukunft, die von dieser Unsicherheit geprägt ist, wird viel Flexibilität erwartet.
Analoge Denkmuster im KI-Zeitalter
Wenn Menschen mit KI in Berührung kommen, bringen viele ihre etablierten Denkmuster und sprachlichen Rahmenbedingungen mit, die nicht immer mit der Funktionsweise moderner KI-Systeme übereinstimmen. Für viele von uns «Alten» stellen Konzepte, die sich nicht leicht verbalisieren lassen, eine besondere Herausforderung dar. Unser Erfahrungshorizont entwickelte sich in einer Zeit, in der die analoge Kommunikation von Mensch zu Mensch die primäre Form des Informationsaustauschs war, wogegen sich die abstrakte, algorithmische Natur der KI-Interaktion fremd anfühlt. Wir «Alten» betrachten künstliche Intelligenz KI oft durch eine Brille, die von unserer lebenslangen Sprachsozialisation geprägt ist. Sprache oder das «analoge» Telefon sind für uns nicht nur Kommunikationsmittel – sie strukturieren grundlegend, wie wir Kreativität ausdrücken und Probleme konzeptualisieren.
Mitten in der Transformation: Die neue Rolle der 60plus-Generation
Doch vor lauter Vorurteilen gegenüber der Digitalisierung übersehen wir die eigentliche Transformation. Es geht nicht mehr darum, wer das Internet erfunden hat oder wer besser programmieren kann. Vielmehr geht es darum, KI-Systeme kritisch zu bewerten, aus Erfahrung zu wissen, welche Daten relevant sind, wo der Einsatz welcher Werkzeuge wann Sinn ergibt oder nicht und wie man in einem Ergebnis Voreingenommenheit erkennt. Das ist keine Frage des biologischen Alters, sondern des Erlernens einer Alphabetisierung. Wir «Alten» haben schon mehrere technologische Entwicklungen miterlebt, haben sie auch mitgestaltet und können sehr wohl zwischen Hype und Wesentlichem unterscheiden. Die betreute und sorgfältig, aber kreativ und schnell ausgeführte Recherche durch die kommende Generation der KI-Kuratierung verspricht einen Paradigmenwechsel. Large Language Models LLM werden zur semantischen Analyse fähig sein. Sie werden in Zukunft Texte mittels Statistik inhaltlich auswerten und die Plausibilität der Information optimieren. Erfahrene, neugierige und kompetente «Alte», im Team mit den «jungen Wilden», validieren im Anschluss die Resultate.
Komplementäre Kompetenzen und Perspektivenvielfalt
KI-Projekte erfordern mehr als nur technisches Know-how. Während jüngere Teammitglieder oft einen intuitiveren Zugang zu neuen Technologien und digitalen Tools mitbringen, verfügt die 60plus-Generation über jahrzehntelange Erfahrung in der Bewertung von Geschäftsprozessen, Risikomanagement und der Einschätzung praktischer Umsetzbarkeit. Diese Erfahrung hilft, KI-Lösungen zu entwickeln, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch tatsächliche Probleme lösen und in bestehende Organisationsstrukturen passen. Zwar gibt es einige wissenschaftliche Studien und Praxisbeispiele, welche die Vorteile der Zusammenarbeit zwischen den Generationen beleuchten, aber noch wenige spezifische Fallstudien, die explizit altersdurchmischte Teams in KI-Projekten dokumentieren. Dies liegt vermutlich daran, dass KI-Projekte in ihrer aktuellen Form noch relativ jung sind. Viele Unternehmen experimentieren, ohne die Resultate öffentlich zu dokumentieren. Kombiniert man die wissenschaftlichen Belege zur Aufgabenkomplexität mit den allgemeinen Praxisbeispielen aus der Tech-Industrie, ergibt sich hier eine «Forschungsmöglichkeit» zur noch ausstehenden systematischen Dokumentation altersdurchmischter KI-Teams.
kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

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