Industrie 4.0

Digitalisierung ohne Ablaufdatum

Die Verantwortung muss der Mensch übernehmen.
Zu den aktuellen Themen welche uns alle betreffen gehört die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche. Dabei wird der Mensch gefordert im Umgang mit der Maschine. Im Folgenden einige Auszüge aus einem Gastkommentar von Sabine Seufert und Karin Vey, NZZ 9.9.2016

In der digitalen Welt ist ein humanistisches Bildungsideal gefragter denn je. Führungskräfte müssen zwar etwas von technischen Fähigkeiten verstehen, aber ihr Profil muss sich weg vom technokratischen Problemlöser hin zur reflektierenden, verantwortungsvoll handelnden Persönlichkeit entwickeln.

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Was verstehen wir unter Digitalisierung.
In ihrer fortgeschrittenen Form steht sie für die Erweiterung des Internets durch eine Vernetzung der Dinge; für Prozesse und Kontrollsysteme, die weitgehend digital ablaufen; für Big Data und ausgeklügelte Analytik; für den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Assistenten und für das Entdecken von verborgenen Zusammenhängen in riesigen Datenmengen.

Fünf Thesen zur Führung im Unternehmen
Die Autorinnen beleuchten fünf Thesen zu den Konsequenzen der Digitalisierung für künftige Führungskräfte:

Augmentation statt Substitution
Erstens steht bei der Digitalisierung von Wissensarbeit Augmentation statt Substitution durch Automatisierung im Vordergrund. Vieles von dem, was Wissensarbeitern heute viel Zeit raubt, wie etwa aufwendige Recherchen, kann künftig von Computersystemen übernommen werden.

Computergestützte Analysen
Zweitens müssen Entscheidungen zunehmend unter Berücksichtigung computergestützter Datenanalysen getroffen werden. Ein mit KI ausgestatteter kognitiver Assistent kann auf der Basis riesiger Datenmengen statistisch fundierte Vorschläge machen.

Konzeptdenken und Kreativität
Drittens: KI fordert uns heraus, unsere Kernkompetenzen zu identifizieren und diese auf ein höheres Niveau zu heben. Hochentwickelte Leistungen wie Abstraktionsfähigkeit, Generalisierungsvermögen, Kreativität und Empathie sind zunehmend verlangt.

Erleichterter Zugang
Viertens erleben wir derzeit einen radikalen Wandel. Die Interaktion mit den Systemen wird natürlicher – sie funktioniert mittels Sprache oder Gesten. Der Dialog ist jedoch rein sachbezogen und spezifisch, ohne den menschlich reichhaltigeren Austausch.

Flache Hierarchien
Organisationen werden fünftens von der Digitalisierung vielfältig tangiert. So wird sich der Trend zum Hierarchie-Abbau beschleunigen. Soziale Netzwerke machen es möglich, mit Führungskräften auf allen Ebenen direkt in Dialog zu treten oder eigene Ansichten umfassend zu verbreiten; es bilden sich vielfältige Netzwerkstrukturen heraus. Die Rolle von Führungskräften ändert sich signifikant. Immer mehr wird von ihnen verlangt, als Visionär, Coach oder Moderator von Kommunikationsprozessen zu agieren.

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