Kompetenzlücken sind überbrückbar
Im Newsletter der Boston Consulting Group BCG vom 6. Januar 2026 beschreibt Allison Bailey, Senior Partnerin bei BCG und globale Co-Leiterin der Kompetenzentwicklungseinheit BCG U, wie Unternehmen die KI-Kompetenzlücke überbrücken können. Viele Unternehmen starten mit dem festen Vorsatz ins neue Jahr, ihre Mitarbeiter weiterzubilden und den vollen Nutzen ihrer KI-Investitionen auszuschöpfen. Doch für viele wird dies ein schwieriger Weg. Trotz ambitionierter KI-Ziele zeigen BCG-Studien, dass die meisten Unternehmen Schwierigkeiten haben, die Vorteile zu realisieren. Nur 5% der Unternehmen erzielen einen skalierbaren Nutzen aus KI. 60% erzielen kaum einen Nutzen und 35% befinden sich irgendwo dazwischen. Der Grund, warum viele Unternehmen im Bereich KI hinterherhinken, liegt in ihrem Ansatz zur Weiterbildung. Viele Organisationen konzentrieren sich auf die Einführung von KI-Lösungen, anstatt sicherzustellen, dass die Mitarbeitenden diese effektiv und integrierbar in ihre Arbeitsabläufe einsetzen können. Der Fokus, auch bei den KMUs, liegt zu stark auf der Technologie und zu wenig auf der Kompetenzentwicklung der Belegschaft.
Der Umgang mit KI ist die neue Kulturtechnik
Wer heute die Schule verlässt, ohne gelernt zu haben, eine KI als «Co-Piloten» zu steuern, ist auf dem Arbeitsmarkt so benachteiligt wie jemand, der vor 30 Jahren weder lesen noch schreiben konnte, schreibt ein Nutzer auf der professionellen Plattform LinkedIn. Zivilgesellschaft und Arbeitgebende brauchen keine unterwürfigen «menschlichen Lexika» mehr, sondern Menschen, die komplexe Probleme lösen können. KI ist dabei das Werkzeug, mit dem wir unsere Kapazität potenzieren. Eine Vernachlässigung von KI in der Schule ist eine Benachteiligung von Biografien. Wer nicht lernt, eine KI zu steuern, zu hinterfragen und deren Ergebnisse zu validieren, wird zukünftig in der Kultur- und Arbeitswelt abgehängt. Die Aufgabe, auch von uns «Alten», liegt in der Kuration, Verifizierung und ethischen Einordnung der KI generierten Resultate. Wenn Schüler:innen in der Schule nur «Ergebnisse liefern» müssen (und KI dabei als Schummeln gilt), lernen sie das Falsche. KI-Kompetenz bedeutet nicht, dass KI die Hausaufgaben macht, sondern das erlernen von Prompt-Engineering, Quellenkritik und das Verstehen von Algorithmen. KI-Nutzung ist kein «Outsourcing» des Denkens, sondern ein Upgrade zum «Chef-Redakteur» des eigenen Wissens. Das erfordert mehr kognitive Anstrengung, nicht weniger findet der LinkedIn-Nutzer.

Kompetenzaufbau der Mitarbeitenden
KI wird die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren grundlegend verändern, schreibt Allison Bailey von BCG weiter. KI-orientierte Unternehmen erzielen bereits jetzt deutlich höhere Umsätze und schnellere Produktentwicklungszyklen im Vergleich zu ihren Wettbewerbern. Deshalb sind Investitionen in den Kompetenzaufbau der Mitarbeitenden entscheidend, um dieses Potenzial auszuschöpfen. Analysen von BCG zeigen, dass neben der KI-Wertschöpfung mit Algorithmen und technischer Infrastruktur, immer noch beachtliche 70% auf Menschen, Prozesse und Change-Management entfallen. KI-Tools wie Chatbots oder Co-Piloten für Mitarbeitende in bestehenden Prozessen sind ein guter Anfang, doch der wahre Nutzen entfaltet sich erst durch die Entwicklung von Strategien, welche die KI in durchgängige Arbeitsabläufe integrieren. Somit betrifft der KI-Kompetenzmangel auch die Führungsetage. Wenn Führungskräfte KI nicht umfassend verstehen, können sie weder die richtige Vision entwickeln noch das Unternehmen in dem Tempo voranbringen, das dieser Wandel erfordert.
Führungskräfte haben Vorbildfunktion
Weiterbildung beginnt an der Spitze – und das erfordert eine Führung, die das volle Potenzial von KI erkennt. Angefangen beim Stelleninserat zur Suche von geeigneten Mitarbeitenden, fehlt es zu oft an klaren Visionen. Auch wir «Alten» sollen in der engeren Auswahl eine Chance erhalten. Denn das biologische Alter eines Menschen ist nicht wirklich ausschlaggebend. Es gibt genügend Junge, welche in antiquierten Denkmustern verharren. Vielmehr braucht es leidenschaftliche, neugierige, verantwortungsbewusste und erfahrene Menschen. Kompetente, kreative «Alte» mit Empathie, zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten, die das Unternehmen in entscheidenden Bereichen weiterbringen. Gemäss Bailey sind dies die Wertschöpfung, Weiterbildung (auch Mentoring und Coaching durch «Alte») und Technologie. KI macht den grössten Unterschied beim Fokus auf die Kernprozesse, weniger beim experimentiren mit Randthemen. Anstatt nur auf Workshops und E-Learning zu konzentrieren, müssen Unternehmen Möglichkeiten schaffen, damit Mitarbeitende den Einsatz von KI in ihrer Kernarbeit üben können um dabei durch Coaching auf Augenhöhe ihr Selbstvertrauen zu stärken. Technologie kann den Weiterbildungsprozess beschleunigen, indem KI-gestützte Lernprogramme personalisiertes Lernen bieten und unmittelbares Feedback geben. Führungskräfte sollen ihre Mitarbeitenden durch Vorbildfunktion motivieren, indem sie KI-Tools sichtbar nutzen, genügend Lern-Zeit ermöglichen und positive Anreize setzen.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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