Ein Smartphone ohne Bildschirm
Wenn zwei Schwergewichte der digitalen Welt sich für eine Zusammenarbeit entscheiden, dürfen wir auf das «nächste grosse Ding» gespannt sein. Unter dem Titel «Früher entwarf Jony Ive für Apple, künftig für Open AI: Das neue Power-Couple des Silicon Valley» beschreibt Marie-Astrid Langer, San Francisco, in der NZZ vom 22. Mai 2025 wie Sam Altman (40) und Jony Ive (58) neu als Geschäftspartner auftreten wollen. Ziel der Kooperation ist nicht weniger als das iPhone für das KI-Zeitalter. Open AI trat vor zweieinhalb Jahren mit seinem Chatbot ChatGPT die KI-Revolution los und hat seitdem ein atemberaubendes Wachstum demonstriert. Der gebürtige Brite John Ive entwarf den iPod, das iPhone und das MacBook Air sowie zahlreiche Software-Produkte des Apple Konzerns; unter anderem viele Icons auf dem iPhone-Bildschirm. Die Zusammenarbeit mit Ive bei Open AI führt gemäss Altman dazu, dass man, rund 20 Jahre nach dem Markteintritt des iPhones, nun «grundsätzlich neu überdenken kann, was es bedeutet, einen Computer zu benutzen». Das Gerät, an dem Altman und Ive tüfteln, könnte womöglich aussehen wie ein Smartphone ohne Bildschirm, wird spekuliert.

KI-Agenten im Team
Das weist in eine Richtung, in der Sprache und Text Vorrang gegenüber Bildern geniessen. So nutzen wir die künstlichen Intelligenz KI um unsere Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Gemäss dem Bericht der Boston Consulting Group BCG vom 2. Mai 2025 mit dem Titel «KI-Agenten können die neuen All-Stars in Ihrem Team sein» sind Agenten die neueste Entwicklung im Bereich der KI und gehen über Vorhersagen und Konversationen hinaus. Sie gestalten Geschäftsprozesse neu und erledigen Aufgaben durch die Integration von bisher isolierten Arbeitsabläufen durch das Eliminieren unnötiger Schritte unabhängig von Organisationsgrenzen. Die Autoren Djon Kleine, Julien Marx, Matthew Kropp, Becky Frederick, Vladimir Lukic, Nicolas de Bellefonds, Chris White, und Scott Porter beschreiben, wie sich Agenten von anderen Formen der KI unterscheiden: Sie haben die Fähigkeit selbständig zu handeln (unter entsprechender Anleitung und Aufsicht), Aufgaben auszuführen um Ziele zu erreichen und mit der realen Welt zu interagieren. KI-Agenten sind leistungsstarke neue Werkzeuge, die uns beim Erreichen unserer wichtigsten Geschäftsziele unterstützen. Als unmittelbare Nachfolger der generativen oder konversationellen KI, stellen KI-Agenten eine weitaus leistungsfähigere Innovation dar. Die Erfahrung von uns «Alten» mit diesen Prozessen ist entscheidend für den Erfolg bei deren Einsatz.
Vom KI-Gespräch zum handelnden Agenten
Konversationelle KI versteht und reagiert. KI-Agenten beobachten, verstehen, planen und handeln. Ihre Unverzichtbarkeit beruht auf mehreren Schlüsselfähigkeiten, wie Planung und Argumentation, Speicherung und Kontext, sowie die Integration mit einer Vielzahl von Softwaresystemen und Werkzeugen. Das bedeutet auch, dass die 10-20-70-Regel – 10 % der Anstrengungen sollten auf Algorithmen, 20 % auf Technologie und Daten und die restlichen 70 % auf Menschen und Prozesse konzentriert werden – aktueller denn je ist. Die Einhaltung verantwortungsvoller KI-Praktiken wird ebenfalls wichtiger, da sich Agenten intensiv mit den Details des Risikomanagements und der Prozessintegrität befassen. Wir «Alten» im Team agieren, basierend auf unserer Erfahrung, als Mentoren oder Sparringspartner. Dank unserer Seniorität erfüllen wir auch die Funktion des «sozialen Gewissens».

Neue Fähigkeiten, neue Komplexität
Bei der Einführung von Agenten geht es nicht um die Einführung einer neuen Technologie, sondern um die Neugestaltung des Unternehmens für eine KI-gesteuerte Zukunft. Die Neugestaltung von Prozessen ist daher der Schlüssel zum Erfolg von KI-Agenten. Deren Einarbeitung erfordert die Auseinandersetzung mit den grundlegenden Prozessprinzipien und den neuen Herausforderungen, die Agenten mit sich bringen. Die Erfahrung von «Alten» im Team ist für die Prozessneugestaltung wichtig, denn die Automatisierung eines fehlerhaften Prozesses führt zu einem fehlerhaften Ergebnis. Unsere Kompetenz, zusammen mit dem Wissen der «jungen Wilden» ist essenziell. Gemischte Teams profitieren von der Kreativität, Gelassenheit, Selbstsicherheit und Integrität von uns «Alten». Unternehmen, die KI-Agenten erfolgreich in ihre Betriebsstruktur integrieren, indem sie proprietäre Daten nutzen, die Entscheidungsfindung verfeinern und die neuen Fähigkeiten auf die Erreichung von Geschäftszielen konzentrieren, schaffen sich einen dauerhaften Vorteil, den die Konkurrenz nicht so leicht nachahmen kann.

Mit der Sprache verschwindet altes Wissen
Noch ein paar Gedanken zur Sprache. Denn Sprache ist ein Fenster in das Denken. In der NZZ am Sonntag vom 26. Mai 2025, schreibt Andreas Frey zum Verschwinden von Sprachen unter dem Titel «Sprachen sterben heimlich – sogar Deutsch könnte eines Tages untergehen». Der Hamburger Stefan Schnell ist Linguist und forscht am Institut für interdisziplinäre Sprachevolutionswissenschaft an der Universität Zürich zum Thema, weshalb Sprachen verschwinden und handelt es sich dabei überhaupt um einen Verlust? In der 200’000 Jahre währenden Menschheitsgeschichte gab es eine halbe Million Sprachen, rund 7000 existieren noch. Davon, so schätzen Linguisten, ist mindestens die Hälfte bedroht, alle zwei Wochen verschwindet eine Sprache. Sprachen sterben, wenn sie nicht mehr gesprochen und von Eltern an ihre Kinder weitergegeben werden. Der Verlust an Prestige ist ein typisches Beispiel, wie eine Sprache von innen ausgehöhlt wird. Die Hochsprache wird idealisiert, der Dialektsprecher gilt häufig als altbacken und dumm sagt Schnell. Die Sprache mit höherem Prestige ist Voraussetzung für wirtschaftlichen und sozialen Erfolg und wird häufiger verwendet. Die Programmiersprache ist US-Englisch, mit viel lässiger Umgangssprache (Slang) und Abkürzungen wie beispielsweise B4 für »before», die auch ein kulturelles Verständnis voraussetzen. Online läuft Kommunikation hauptsächlich über die «grossen» Sprachen. Für Linguisten ist es sogar denkbar, dass grössere Traditionssprachen wie das Deutsche eines Tages untergehen könnten. Kinder, die kein Deutsch mehr lernen tönt zwar reichlich übertrieben doch: «Der Trend ist klar», sagt Martin Haspelmath vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Die Nützlichkeit des Deutschen nehme weiter ab. In Wirtschaft und Wissenschaft sei das Englische längst üblich, sagt er, in grossen Städten wie Zürich könne man sich fast überall unterhalten, ohne ein Wort Deutsch zu beherrschen.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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