Künstliche Intelligenz KI: Streit um Ethikfragen
Das Sprachmodell CLAUDE ist ein hochentwickelter, generativer KI-Assistent des Unternehmens Anthropic, basierend auf Large Language Models LLMs, der als ethisch fokussierte Alternative zu Konkurrenten wie ChatGPT gilt. Das Unternehmen wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Forschern gegründet, darunter die Geschwister Dario (43) und Daniela Amodei (39), und legt einen starken Fokus auf KI-Sicherheit. Kürzlich entstand ein Streit, der ein Schlaglicht auf mehrere Grundsatzfragen wirft: Wer entscheidet darüber, wie und wofür eine derart mächtige und sich ständig verbessernde Technologie wie KI verwendet werden darf – der Staat, die dahinterstehenden Firmen oder die Bürger, die mit den Folgen leben müssen? Was geschieht, wenn sich die Parteien uneins sind?
Wenn der Staat Grenzen setzt
Die Fehde zwischen Anthropic und dem Pentagon trägt diese Fragen in die Öffentlichkeit. Unter dem Titel «Das Pentagon erklärt das KI-Unternehmen Anthropic zur Gefahr für das Militär» berichtet Marie-Astrid Langer in der NZZ vom 6. März 2026 darüber, wie Washington die KI-Firma und ihre Geschäftspartner als «Lieferkettenrisiko» einstuft und damit seine Bereitschaft signalisiert, mit aller Härte gegen Firmen vorzugehen, die sich mit der Regierung anlegen. CLAUDE ist gerade im Bereich Programmierung enorm beliebt und war bis vor kurzem die einzige KI-Firma, die auch auf den streng vertraulichen Systemen des Militärs verwendet werden durfte. Das Pentagon wollte in der Folge Anthropic dazu zwingen, seine Nutzungsbedingungen so anzupassen, dass künftig alle rechtlich erlaubten Anwendungen mit CLAUDE möglich sind. Die KI-Firma hingegen wollte daran festhalten, dass zwei Fälle – die Verwendungen für autonomes Töten und Massenüberwachung von Amerikanern – weiterhin explizit ausgenommen sind. Anthropic will auch verhindern, dass KI-Systeme für die Entwicklung von Nuklearwaffen missbraucht werden könnten und wird nun dafür von der Regierung abgestraft.
Unwissenheit als Segen
Wenn man Zeit auf LinkedIn oder X verbringt, hat man schnell das Gefühl, alle anderen seien einem in Sachen künstliche Intelligenz KI zehn Schritte voraus, schrieb ein Nutzer auf Reddit am 5. März 2026. Doch die Realität sieht anders aus: Wir kratzen erst an der Oberfläche, und viele Menschen leben ganz ohne KI. Die meisten Menschen dieser Welt haben absolut keine Ahnung, was KI heutzutage alles kann. Sie haben es nicht ausprobiert. Sie haben es nicht gesehen. Sie wissen nicht, dass man mit einem Computer sprechen und ihn gleichzeitig logisch denken, schreiben, entwickeln und entwickeln lassen kann. Beeindruckend ist deshalb diese Grafik von Steven Bartlett auf LinkedIn.

Jeder Punkt repräsentiert 3,2 Millionen Menschen. Das sind also 2.500 Punkte für 8,1 Milliarden Menschen. Die Farben zeigen die Art der KI-Interaktion an, welche die jeweiligen Person bisher hatten. Grau steht für diejenigen, die noch nie KI nutzten. Der grüne Streifen repräsentiert die 1,3 Milliarden Nutzer kostenloser Chatbots und der schmale gelbe Streifen steht für die 15–25 Millionen Menschen, die dafür bezahlen. Der einzelne rote Punkt steht für die 2–5 Millionen Menschen, die KI für Programmierung und Entwicklung nutzen.
«Sich klar ausdrücken» ist jetzt eine Programmiersprache
Zwar gibt es unzählige Menschen, die KI überhaupt nicht brauchen. Wie bei jeder Technologie gibt es auch hier die «Abstinenzler:innen» und rund eine Milliarde Menschen können weder Schreiben noch Lesen. Die meisten Leute die sich mit KI beschäftigen, stellen einfach irgendeine Frage und verstricken sich in Nebensächlichkeiten. Es genügt eben nicht, beispielsweise für eine Prüfungsvorbereitung einige riesige PowerPoint-Präsentationen hochzuladen und die KI um eine «Lernhilfe mit Fragen» zu bitten. Der bessere Prompt müsste deshalb etwa so lauten: «Ich brauche ein Quiz-Tool mit HTML und JavaScript, das ich lokal in meinem Browser als einzelne Datei ausführen kann. Generiere zwanzig Multiple-Choice-Fragen ausschliesslich anhand der Informationen in der angehängten PowerPoint-Präsentation und mische die Reihenfolge.» Darauf generiert die KI den HTML-Code der sich später zur Entwicklung eines interaktiven Quiz-Tools mit einem Jeopardy-ähnlichen Raster eignen könnte. Damit kann man auswählen, aus welcher PowerPoint-Präsentation oder welcher Kombination von PowerPoint-Präsentationen die Fragen stammen sollen.
GenKI verändert den Umgang mit Dokumenten in KMUs
Unter dem Titel «Wie KI die Dokumentenflut in KMU beherrschbar macht» beschreibt Dr. Julian Lurz, Wirtschaftsinformatiker, im Online-Beitrag von KMU+ vom 2. März 2026, wie mittels generativer künstlicher Intelligenz GenKI «Document Intelligence»-Lösungen, repetitive Tätigkeiten automatisiert werden können und Mitarbeitende wirkungsvoll entlastet werden können. Ob analog oder digital: In fast jedem Unternehmen entsteht täglich ein hoher Aufwand durch das Öffnen, Prüfen, Erfassen und Weiterleiten von Dokumenten. Dieser «Dokumenteneingang» ist organisatorisch zentral, trägt aber nur wenig zur Wertschöpfung bei. Gleichzeitig sind die Prozesse fehleranfällig und die Abläufe je nach Person unterschiedlich. Klassische Software konnte diesen Bereich bisher kaum automatisieren, denn zu heterogen sind Formate, Inhalte und Anforderungen. Egal ob physische Briefe, E-Mails, PDFs oder Bilder: Document-Intelligence-Systeme können eingehende Schreiben digitalisieren und erkennen, welchem Themenbereich sie zuzuordnen sind, um sie automatisch an die richtige Stelle weiterzuleiten. Ob Rechnung, Bestellung, Reklamation, Verschwiegenheitserklärung oder Weihnachtskarte: diese unterschiedlichen Schreiben werden selten von derselben Person bearbeitet. KI sorgt dafür, dass alles effizient zum richtigen Empfänger und Prozess gelangt.
KI versteht je länger je mehr auch Zusammenhänge
Rechnungsfreigaben oder Vergleiche von Angeboten sind inhaltlich oft komplex: Rechnungsangaben müssen mit Bestellungen, Rahmenverträgen oder Lieferscheinen abgeglichen werden. Der Vergleich von Angeboten erfordert nicht selten die Umrechnung der Angebotspositionen auf gemeinsame Grundeinheiten, Abwägungen von Kosten und Nutzen oder auch Übersetzungen von fremdsprachigen Schreiben. Ein Retrieval-Augmented Generation RAG-System liest Geschäftsbelege wie Rechnungen oder Angebote nicht nur aus, sondern versteht die Zusammenhänge, extrahiert Schlüsselinformationen zur Weiterverarbeitung, prüft Werte gegen interne Informationen und erkennt Abweichungen. Gerade in langen Dokumenten kann leicht der Überblick verloren gehen. Document Intelligence-Lösungen erlauben es Unternehmensmitarbeitenden, Geschäftsdokumente in natürlicher Sprache abzufragen und Antworten mit direkten Zitaten oder Verweisen zu erhalten. Die KI kann zudem neue Inhalte generieren, beispielsweise Vertragszusammenfassungen, Angebotsentwürfe oder andere Schreiben auf Basis bestehender Vorlagen. Egal, ob Text, Datenbank oder Modell – weiterhin unerlässlich sind fachkundige «Alte», die dank ihrer Erfahrung den Output kritisch prüfen und korrigieren. Wie jede erfolgreiche Digitalisierung fordern diese Entwicklungen mehr als zuvor unsere zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten heraus. Wir «Alten» setzten uns dank unserer Seniorität auch für ethisch korrektes Verhalten ein.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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