Zwei unterschiedliche Veranstaltungen
Eine wahrhaft ereignisreiche Woche ging zu Ende. Am Montag, 10. Juni 2024, wurde die einwöchige WWDC (Weltweite Entwickler Konferenz) von CEO Tim Cook (63) am Apple Hauptquartier in Cupertino Kalifornien eröffnet. Hunderte Entwickler, Journalisten und geladene Gäste im Aussenareal des Apple Park trieb die gleiche Frage um, welche auch die Zuschauer im Livestream an die Bildschirme lockte: Was hat Apple punkto künstliche Intelligenz KI zu bieten? In der NZZ vom 11. Juni 2024 berichtete Marie-Astrid Langer unter dem Titel: «Hat Apple gerade den Sprachassistenten der Zukunft präsentiert?» ausführlich darüber.
Art Unlimited 2024, Art Basel
Am Donnerstag, 13. Juni 2024, eröffnete die 54. Ausgabe der Art Basel in Basel, kuratiert von der neuen Direktorin Maike Cruse (49). Die jährliche Ausstellung zeigt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und gilt unangefochten als führende Weltmesse des internationalen Kunstmarktes. Über 250 sorgfältig ausgewählte Galerien mit Werken von rund 4’000 Kunstschaffenden machen die Messe zum wichtigsten Museum auf Zeit. Gegründet wurde diese 1970 von einer Galeristin und zwei Galeristen, alle um die 50 Jahre alt, aus Basel: Trudl Bruckner (1916-2018), Ernst Beyeler (1921-2010) und Balz Hilt 1921-1997). Seit 1999 bietet die Art Unlimited Platz für grossformatige Kunstwerke wie Skulpturen, Videoprojektionen und Live-Performances. Inzwischen ist die Art Basel mit ihren Satelliten viermal im Jahr auf drei Kontinenten präsent: im März in Hongkong, im Juni am Heimatstandort in Basel, im Oktober in Paris und im Dezember in Miami Beach. Die beiden Veranstaltungen könnten nicht unterschiedlicher sein und stehen für mich für zwei Epochen in der Geschichte der Menschheit. Auf der einen Seite die emotionale, analoge, handwerklich-künstlerische und «greifbare» Welt der Kunst. Auf der anderen Seite der virtuelle, maschinelle, abstrakte und wissenschaftliche Umgang mit künstlicher Intelligenz. Obwohl die zwei Ansätze versuchen, sich gegenseitig zu befruchten und im weitesten Sinne aufeinander angewiesen sind, gelingt eine Symbiose, auch wegen der Bedenken von uns Menschen, eher schleppend.
Kunst und Künstlichkeit
ChatGPT schreibt auf meine Anfrage: Die Begriffe «Kunst» und «künstlich» stammen beide vom gleichen lateinischen Wort «ars» ab, was «Geschicklichkeit» oder «Fähigkeit» bedeutet, haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen und Konnotationen entwickelt. Kunst ist eine Ausdrucksform, die menschliche Kreativität, Vorstellungskraft und technische Fertigkeiten nutzt, um ästhetische Werke zu schaffen. Kunst kann verschiedene Formen annehmen, darunter Malerei, Skulptur, Musik, Theater, Literatur, Tanz und Film. Künstlich bezieht sich auf etwas, das von Menschen geschaffen oder modifiziert wurde, oft im Gegensatz zu etwas Natürlichem oder Organischem. Künstliche Dinge sind nicht von Natur aus entstanden, sondern wurden durch menschliche Intervention erzeugt. Während Kunst primär auf Kreativität, Ästhetik und kulturelle Bedeutung abzielt, ist Künstlichkeit auf menschliche Herstellung und oft auf Funktionalität fokussiert. Kunst kann natürlich oder künstlich sein, je nach den verwendeten Materialien und Methoden. Beide Begriffe sind durch die menschliche Fähigkeit zur Schöpfung verbunden. Ein Kunstwerk kann künstliche Elemente enthalten oder vollständig künstlich sein, aber es wird durch die kreative und ästhetische Intention der Künstler definiert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kunst und künstlich unterschiedliche Aspekte menschlicher Schöpfung beleuchten, wobei Kunst sich auf den kreativen und ästhetischen Ausdruck konzentriert und künstlich auf die menschliche Herstellung und Funktionalität.
Apple Intelligence
Zurück nach Kalifornien: Neben den Präsentationen zu den üblichen Software-Updates für die Apple-Geräte, warteten alle gespannt auf die Ankündigung zur Nutzung von künstlicher Intelligenz. «Es ist ein Moment, an dem wir lange gearbeitet haben», sagte Cook und stellte die eigene KI-Strategie namens «Apple Intelligence» vor. Apples KI kann zum einen das, was man schon von der Konkurrenz kennt: E-Mails, Videos, Sprachaufzeichnungen und Dokumente zusammenfassen; neue Bilder schaffen und Emojis nach persönlichem Gusto kreieren. Die KI verbessert Rechtschreibfehler in Texten und entwirft Vorschläge für Antworten auf E-Mails und Textnachrichten, wobei man im Tonfall zwischen «lustig», «professionell» und «knapp» wählen kann. Das ist zwar nützlich – aber wenig beeindruckend, denn man kennt diese Möglichkeiten bereits von Konkurrenten wie Microsofts Copilot und Googles Gemini. Was bei Apple neu ist und die «Apple Intelligence» von der Konkurrenz unterscheidet, sind erstens die persönlichen Daten der Nutzer – die sogenannte «personal intelligence» – und zweitens der Datenschutz. Der Konzern nutzt aus, dass das iPhone, der Mac und andere Apple-Geräte tief im Leben von uns Nutzern verwurzelt sind und viel über uns wissen. 2,2 Milliarden Apple-Geräte befinden sich weltweit im Umlauf, darunter mehr als 1 Milliarde iPhones.
Intelligenz, die uns versteht
Diesen Schatz an Daten hebt Apple nun: Es integriert die künstliche Intelligenz in alle Funktionen seiner Geräte und verknüpft die dort gefundenen Informationen anwendungsübergreifend. Das Ergebnis ist ein künstlich intelligenter, sprachgesteuerter Assistent, der tatsächlich einen Mehrwert für Nutzer schaffen könnte. Das Produkt erinnert stark an den von Open AI jüngst vorgestellten Assistenten – nur dass er zusätzlich alles über den Nutzer weiss.
Vertrauen schaffen
Der iPhone-Konzern nutzt aus, wie viel er über unser aller Leben weiss – und lockt mit besserem Datenschutz als die Konkurrenz. Video auf Youtube (1:43:36). Marie-Astrid Langer erörtert dazu ein Beispiel: «Wann muss ich los, um rechtzeitig zur Theateraufführung meiner Tochter zu kommen?», soll man das iPhone künftig fragen können. Das Gerät weiss, wer gemeint ist, sucht in allen Anwendungen nach Informationen über die besagte Veranstaltung und weiss zudem, was das persönlich bevorzugte Transportmittel ist. Aus alldem strickt die Apple-KI dann eine persönliche Antwort. Wenn dann kurzfristig eine Terminanfrage aus dem Büro via E-Mail eingeht, soll die KI einem sagen, ob man es dennoch rechtzeitig zur Veranstaltung der Tochter schafft. «Es ist Intelligenz, die dich versteht», fasste es Apples Software-Chef Craig Federighi (55) zusammen. Gerade für uns «Alte» werden damit die technologischen Hürden bei der Nutzung unserer Geräte abgebaut und es wird gleichzeitig eine Vertrauensbasis geschaffen.
Im Ökosystem künstlicher Intelligenz
KI sei «der nächste grosse Schritt für Apple», sagte Cook. Dank der Integration von Hardware, Software und Siliziumchips sei Apple in einer einzigartigen Position, um die Nutzer ins neue Zeitalter zu führen und dem 14 Jahre alten iPhone neuen Schwung zu verleihen. Möglich machen soll dies auch eine Zusammenarbeit zwischen Apple und Open AI, wie Sam Altman (39), CEO von Open AI, auf X schrieb: «Sehr glücklich, mit Apple zusammenzuarbeiten, um Chat-GPT später im Jahr in ihre Geräte zu integrieren. Ich denke, ihr werdet es wirklich mögen.» Gemäss Federighi könnte Apple künftig auch andere spezialisierte Sprachmodelle auf das iPhone bringen – etwa eines zum Programmieren, ein anderes für juristische Fragen wie beispielsweise Googles Gemini. Sollte es Apple tatsächlich gelingen, dank KI alle Informationen zu ihren Nutzern crossmedial (Geräteübergreifend) zu verknüpfen, daraus Schlüsse zu ziehen, und das auch noch auf eine sichere Art und Weise – dann dürfte es die Kunden endgültig in sein Ökosystem einschliessen, folgert Langer.
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