Das Potenzial der «Alten» im Team von KMUs
Sommerfeste bieten immer auch eine Gelegenheit, sich mit Kolleg:innen auszutauschen, die man über längere Zeit nicht mehr gesehen hat. Im Gespräch über den Stellenwert künstlicher Intelligenz mit Charles Ganz, Managing Director und Partner von World-Architects, ist dieser überzeugt, dass die Technologie unser Leben nachhaltig beeinflussen wird, wie damals das Internet. 1994 von PSA Publishers Ltd in der Schweiz als Online-Magazin gegründet, gilt das Portal als Pionier im Bereich Online-Architekturpublikation. Heute, 30 Jahre später, repräsentieren mehr als 20 nationale und regionale Online-Plattformen Architekten, Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten, Ingenieure, Lichtdesigner, Hersteller und Architekturfotografen aus über 50 Ländern. World-Architects vermittelt konsequent Inhalte auf höchstem Niveau und gilt deshalb als zuverlässiger Indikator von Entwicklungen der Branche. So sind wir überzeugt, eine «neue industrielle» Revolution mit erleben zu dürfen und fragen uns gleichzeitig, wie diese sich konkret auf unsere Arbeit auswirken wird. Zusammen mit der Erfahrung und Kompetenz von uns «Alten» im Team, profitieren vor allem KMUs vom gewaltigen Potenzial der künstlichen Intelligenz.
Arbeiten mit KI als Juniorpartner
Intelligenz ist, seine eigenen Grenzen zu kennen, sagte der Starwerber Frank Bodin (62) im Interview von Marc Tribelhorn in der NZZ vom 18. Juni 2024 mit dem Titel: «Wollen wir zur Verblödung der Menschen beitragen?» Die künstliche Intelligenz KI wird grössere Umwälzungen für die Gesellschaft bringen. Die Fortschritte sind atemberaubend. Frank Bodin macht das keine Angst, denn er nutzt KI rege. Das Potenzial ist gigantisch, aber vieles steckt noch in den Babyschuhen. Momentan ist KI für ihn wie ein Juniorpartner. Sie nimmt ihm gewisse Arbeiten ab, etwa Recherchen und Visualisierungen, doch das ernsthafte Schreiben ersetzt sie noch nicht. Anstelle von Angst hat er deshalb Respekt. KI wird die Werbebranche fundamental verändern. KI wird die besseren Slogans machen und die besseren Spots als die meisten der Kreativen. Was KI kann, wird den Menschen bei weitem überflügeln. Keine Ahnung, wann. Aber es wird bald sein. Wir stehen am Anfang einer Intelligenzexplosion. Stephen Hawking hat es einmal gut formuliert: Wir werden an den Punkt kommen, an dem das menschliche Gehirn im Vergleich zu KI wie das Gehirn einer Schnecke ist.
Kreativität ist schöpferisches Denken
Der grösste Teil der Werbegelder fliesst heute in Technologie und in Medienkanäle. Digitalen Daten wird vertraut, Kreativität immer weniger, weil sie nicht oder nur schwer messbar ist. Dabei kann nur Kreativität etwas Neues schaffen. Die grosse philosophische Frage bei KI wird sein: Wie weit wollen wir gehen? Letztlich machen ja unsere Intelligenz und unsere Kommunikation das Menschsein aus. Wenn wir das Denken auslagern, und Kreativität ist eine hohe Form von schöpferischem Denken, wird das gravierende Folgen auf das Individuum und die Gesellschaft haben. Darüber denkt Bodin derzeit intensiv nach, nicht als Werber, sondern als Mensch. Er glaubt an die Stärken der Schweiz, das politische System, vor allem aber an Qualität und Innovationsgeist. Denn wir haben auch nichts anderes, keine Rohstoffe, nicht mal einen Meeresanschluss. Und wir haben einen grossen Vorteil: die kulturelle Sensibilität. Wir haben in diesem kleinen Land täglich mit vier Kulturen zu tun, das hilft uns auf dem internationalen Markt. Es ist nicht alles besser, nur weil es auf Englisch daherkommt, stellt der Werber richtigerweise fest.
Neustart von Innovationssystemen
Am 4. Juni 2024 erschien ein Bericht von Justin Manly, Michael Ringel, Amy MacDougall, Johann Harnoss, Jacob Wolke-Perten, Wendi Backler, Ketil Gjerstad, Ryoji Kimura, und Beth Viner im BCG Boston Consulting Group Newsletter mit dem Titel: «Innovation Systems Need a Reboot», Innovationssysteme müssen neu gestartet werden. Die Autoren folgern darin, während fast alle Organisationen mit generativer künstlicher Intelligenz GenKI im Bereich Innovation experimentieren, setzen nur wenige diese im grossen Massstab um – und verpassen so Gelegenheiten, ihre Innovationsprozesse neu zu gestalten und neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Bekanntlich geht es nicht nur darum bestehende Prozesse zu optimieren. Die grösste Herausforderung für Innovationsführer ist deshalb eine klare Strategie zu entwicklen um neue Märkte zu erschliessen. Jüngste BCG-Studien haben ergeben, dass 65% der Führungskräfte der Ansicht sind, dass GenKI in den nächsten fünf Jahren das grösste disruptive Potenzial aller Technologien hat.
Begeisterungsfähige «Alte» als innovative Innovatoren
Diejenigen, die bereits mit prädiktiver (prognostizierbarer) KI-Technologie vertraut sind, geben an, dass sie GenKI erfolgreich in einem innovationsbezogenen Bereich implementiert haben. Der Aufbau von Fachwissen sowohl in generative KI als auch in prädiktive KI ist wichtig, da sie sich wie die beiden Gehirnhälften ergänzen, wenn sie zusammenarbeiten, und die Kunst des Möglichen weiter ausbauen. Traditionelle prädiktive KI ist die linke Gehirnhälfte, die analytische Entscheidungsfindung und Optimierung unterstützt. GenKI ist die rechte Gehirnhälfte, die Kreativität fördert, Inhalte entwickelt und die Essenz aus riesigen Informationsmengen herausfiltert. In dieser frühen Phase des Rennens gehen die innovativsten Innovatoren voran und bauen ihren Vorsprung durch KI und GenKI weiter aus. Auch wir «Alten» sind eine wichtige Ressource für die Entwicklung innovativer KI-Technologien. Nicht das Alter der Menschen ist dabei ausschlaggebend, sondern ihre Offenheit gegenüber den technologischen Fortschritten, ihre Begeisterungsfähigkeit und die Bereitschaft an innovativen Projekten mitzuarbeiten.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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