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#460 – «Alte»: Mehrgenerationen-Arbeitsplatz

Fünf Generationen am Arbeitsplatz
Unter dem Titel «Wie Generationsstereotypen uns im Job zurückhalten» sprach die Sozialpsychologin Dr. Leah Georges auf der TEDxCreightonU Plattform vom April 2018 zum Thema Mehrgenerationen-Arbeitsplatz. Leah Georges ist Professorin und Forscherin und arbeitet mit Organisationen zusammen, um die hartnäckige Legende vom Generationenkrieg bei der Arbeit zu entkräften. Zum ersten Mal in der neueren Geschichte interagieren fünf Generationen am Arbeitsplatz. Die Veteranen, die zwischen1922 und 1943, nach dem ersten Weltkrieg geboren wurden. Sie sind bekannt für ihre Selbstaufgabe und ihren Respekt für Autorität. Für sie ist Arbeit gleich Anerkennung. Die Babyboomer, geboren zwischen 1944 und 1960, und nach dem zweiten Weltkrieg sozialisiert, zeichnen sich durch harte Arbeit aus. Dieser Generation haben wir den Ausdruck «Workaholic» zu verdanken. Sie schätzen Konkurrenz und haben nur Fortschritt erlebt. Generation X ist die verlorene Generation der Schlüsselkinder, die zwischen 1961 und 1980 geboren wurden. Sie ist die kleinste Generation, gefolgt von der Generation Y, den Millennials geboren zwischen 1981 und 2000. Für sie war Technologie zu Hause immer präsent. Sie sind voller Hoffnung und entschlossen die Welt zu verändern. in den letzten paar Jahren überholten die Millenials die Generation X und sind damit die grösste Generation in der Arbeitswelt. In den Vereinigten Staaten gehört jede dritte Arbeitsstelle zu dieser Gruppe. Und bald gesellt sich Generation Z dazu, geboren seit 2000, unsere Lernenden, Praktikant:innen oder Maturand:innen.

Wir haben mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede
Menschen wollen Arbeit, die zählt, und Flexibilität, sie wollen Unterstützung und Anerkennung und besseren Kaffee. Aber nichts davon gilt nur für eine Generation. Dieser Fokus auf Generationen, auf Personengruppen, hat dazu geführt, dass wir vergessen, dass Menschen Menschen sind. Um zu lernen, wer sie wirklich sind, mit wem wir arbeiten, sind bessere Lösungen nötig beim Mehrgenerationen-Arbeitsplatz. 80-Jährige schreiben SMS und 23-Jährige häkeln Decken. Deshalb müssen wir den Menschen in ihrer Einmaligkeit begegnen, genau dort, wo nur wir uns befinden, als Teil unserer einzigartigen Geschichte, unserer Erfahrungen und Hoffnungen. Aber dies erfordert Flexibilität und Neugier. Denn wenn man Menschen in deren Einzigartigkeit trifft, dort in der Welt, wo nur sie stehen, sprechen wir nicht mehr über eine Generation. Unsere Aufgabe ist es in den Personen deren Einzigartigkeit zu entdecken. Wir lernen dabei was nur diese Person einbringen kann, denn das bereichert unsere Arbeit. Wenn wir diese Erkenntnis erneut wiederholen, immer wieder, dann arbeiten wir eines Tages nicht mehr mit Generationen. Wir arbeiten mit Menschen. Um die Schönheit des Mehrgenerationen-Arbeitsplatzes zu verstehen, müssen wir die Leute nur da treffen, wo sie sind.

Mehrgenerationen-Tanztheater-Projekt «Mater» 2024 im Ringlokschuppen Ruhr, Deutschland, unter der Leitung der italienischen Tanzpädagokin Eloisa Mirabassi (52). Foto: Björn Stork.

Die KI-Fachkompetenzschwelle
Kritisches Denken ist überbewertet. Ohne Fachwissen ist es nur Raten mit Methode. Und genau deshalb versagt unsere beliebteste Zukunftskompetenz gegen KI-Halluzinationen. Barbara Geyer, Professorin, Programm Direktorin für Instructional Design, schreibt auf LinkedIn: Während 2006 in einem Experiment noch sechs Siebtklässler auf einer Webseite eine Fälschung erkannten, waren es 12 Jahre später nur noch deren zwei. Nicht das Jahrzehnt Medienkompetenz-Unterricht, sondern das fehlende Hintergrundwissen sind dafür verantwortlich. Sie nennt das Phänomen die KI-Fachkompetenzschwelle. Eine Grenze des Vorwissens, unterhalb derer KI-Nutzung nicht nur wirkungslos wird, sondern kontraproduktiv. Dabei ist das Fatale, dass der KI-Output keine Warnsignale aussendet. Er hat korrekte Grammatik und überzeugende Argumentationsstrukturen. Wer zu wenig weiss, um den Fehler zu erkennen, weiss auch nicht, dass er zu wenig weiss.

KI braucht «Alte» als Brückenbauer:innen
Die sinnvolle Nutzung von KI baut auf zwei Fundamenten auf. Erstens Fachwissen, denn nur wer das Gebiet kennt, erkennt die Fälschung. Zweitens Medienkompetenz, denn wer sich im digitalen Raum nicht souverän bewegen kann, wird auch KI nicht produktiv einsetzen. Erst auf diesen beiden Fundamenten entfaltet KI-Nutzung ihr Potenzial. Ohne sie wird sie zum Risiko. Die KI ist kein guter Recherche-Sparringspartner, wenn wir zuwenig Vorwissen haben. Dann landet man schnell bei Plattitüden oder ist eher damit beschäftigt, herauszufinden, ob das überhaupt stimmt, was vorgeschlagen wird. Wer das entsprechende Grundwissen hat, kann auch konkreter prompten und spannende, realistische Vorschläge identifizieren. Selbst hervorragende Studienabschlüsse garantieren heute keinen reibungslosen Berufseinstieg mehr. Immer häufiger fehlen nicht Wissen oder Noten, sondern Erfahrung, Orientierung und überfachliche Kompetenzen. Heutzutage braucht es auf dem Arbeitsmarkt zunehmend Soft Skills wie Flexibilität, Resilienz oder Teamfähigkeit. Unternehmen setzen stärker auf Praxiserfahrung, weil niemand weiss, welche Technologien morgen gefragt sein werden. «Alte» mit Berufserfahrung und Leidenschaft als Mentor:innen, Coaches oder Sparringspartner in altersgemischten Teams, agieren als Brückenbauer:innen im Umgang mit künstlicher Intelligenz.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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